Heimatkreis Wagstadt

Wagstadt (Bilovec)

 

 

Wagstadt  (Bilovec)

1323 Stadterhebung durch Wok von Krawarn (daher Wokinstat, Wockenstadt). Es erhielt Leobschützer Recht. Rechteckiger Grundriss, um 1380 Mauerbefestigungen angelegt. Privilegien durch die böhmischen Könige. Mitte des 15. Jh. war Georg von Sternberg Herr auf Wagstadt, später folgten ab 1515 die Füllstein, ab 1543 die Praschma (die Förderer des evangelischen Glaubens waren) und schließlich die Sedlnitzky. Wappen ab 1622 im roten Schild der Pfeil der Herren von Krawarn. Um 1670 entstanden einige Zünfte. Die Stadt liegt an den Ausläufern der Sudeten, 294 m hoch, am Wagbach, einem Nebenfluss der Oder. Kirche St. Nikolaus, dreischiffig, Altarbild von Felix Leicher; um 1500 erbaut, Turm von 1615. Barock (2. Hälfte 18 Jh.), nach 1546 bis 1620 lutherisch. Barbarakirchlein mit gotischer Pieta (Kreuzigung), das Peschkirchel (1933 nach Brand neu erbaut, Wallfahrtskirchel). Das Schloss, ein Renaissancebau, 1729 abgebrannt, dann 1736 wieder aufgebaut, barockisiert. Städtisches Museum 1907 gegründet, 1926 eröffnet, heimatkundliche und vorgeschichtliche Sammlungen. Heute Museum beim Schloss. Der Ringplatz (Stadtplatz) hat eine Länge von 110 m und 50 m Breite. Bezirksstadt seit 1896. 1938 Kreisstadt mit Verwaltungsbehörden (Regierungsbezirk Troppau). Eisenbahnstation der Strecke Stauding - Wagstadt (1890 eröffnet). Ende April 1945 schwere Schäden durch Kriegseinwirkung, wobei auch das Schloss ausbrannte. Die zerstörten Gebäude wurden teilweise wieder aufgebaut oder abgetragen. Das Schloss wurde wieder aufgebaut. Wirtschaft: Knopffabrik und Metallwerke (M. Salcher & Söh­ne, [heute MASSAG] über 600 Arbeiter und Angestellte). Maschinenfabrik, Herstellung landwirtschaftlicher Maschinen, Schuhfabrik, Tonofenerzeugung, Buchdruckerei, Marmelade- und Stärkefabriken (heute teilweise nicht mehr vorhanden dafür kleinere Unternehmen u. Produktionsstätten). In der Umgebung landwirtschaftliche Betriebe (spezialisiert auf Tierproduktion). Einwohner 1930: 4.960 (davon 1.198 Tschechen, 122 Ausl., 32 andere). 

mehr ...

noch mehr ...

Wagstadt's Lauben

Gruft der Sedlnitzki v. Choltitz

Wagstadt's Mühlen

Das große Heimatfest mit Bezirksausstellung von 1928

Wagstadt's Persönlichkeiten

 

Altstadt (Stara ves)

Die erste urkundliche Erwähnung von Altstadt stammt aus dem Jahre 1378. 1361 kam Altstadt zum Fulneker Augustiner-Chorherren-Stift. Das Reihendorf liegt im Wagbachtal, am Wagbach, auf ca. 300 m Meereshöhe. Die erste Kirche stammt aus dem Jahre 1391, es war eine Holzkirche, die heutige Kirche wurde 1714 eingeweiht. 1930 hatte Altstadt 918 Einwohner (darunter nur wenige Tschechen). 1938 zugehörig zum Kreis Wagstadt.  mehr ...
  

Bielau (Bilov)

Bielau liegt auf einer Hochfläche, auf einem schmalen Plateaustreifen des Niederen Gesenkes. Seit 1570 wird der Ort schon „Dorre Biel" (Wasserknappheit) genannt. 1329 wird in einer ersten Urkunde die freie Erbrichterei Belov genannt. Als Grundherren treten im 14. Jahrhundert die Krawarne auf. 1391 geht Bielau als Schenkung in den Besitz der Fulneker Augustiner-Chorherren über. Die erste Kirche, ein Holzbau, entstand etwa um 1400, die heutige Kirche 1709-31 durch einen Steinbau ersetzt (36 m hoher Turm), die Kirche ist dem Hl. Laurentius geweiht. 1930 931 Einwohner, davon 120 Tschechen. 1938 Kreis Wagstadt.  mehr ...
 

Blaschdorf (Lhotka)

Die Siedlung wird 1377 erstmalig urkundlich erwähnt, als sie zum Wagstädter Grundherrn, dem Edelmann Jeschka, auf dem Gut Bittau, gehörte. Später wechselten die herrschaftlichen Besitzer. Der Ort liegt im Tal des Sesinabaches. Blaschdorf hatte eine Kapelle und gehörte zur Pfarrkirche des Hl. Georg in Laubias. 1930/31 vornehmlich deutsche Einwohner (Gemeindeverband Laubias­ Blaschdorf). 1938 Kreis Wagstadt.  mehr ...
 

Laubias (Lubojaty)

Ca. 1,5 km von Blaschdorf entfernt. Urkundlich erstmals 1276 erwähnt. Die Kirche zum Hl. Georg gehört zu den ältesten geschützten Kulturdenkmälern im Wagstädter Umland. 1930 435 Einwohner, davon ca. 75% Tschechen. 1938 Kreis Wagstadt (Gemeindeverband Laubias-Blaschdorf).  mehr ...
 

Brawin/ Unter- und Ober-Neuhof (Bravinne/ Dol. N. Dvur a Hor. N. Dvur)

1347 wird Brawin unter dem Namen Brafin erstmals urkundlich unter den zum Fürstentum Troppau gehörenden Dörfern erwähnt. Besitzer war Nikolaus Stosch von Malenowitz (böhm. Herrengeschlecht). Von 1536-43 gehörte Brawin zum Gut der Herren von Wagstadt, mit häufigem Besitzerwechsel. Brawin war ein typisches Bauerndorf, in einer Talmulde auf ca. 398 m Meereshöhe gelegen. Zu Brawin gehören die Höfe von Unter- und Ober-Neuhof. 1930 hatte Brawin 475 deutsche Einwohner. 1938 Kreis Wagstadt.  mehr ...

Brosdorf (Bravantice)

1370 erste urkundliche Erwähnung. Das Dorf liegt im Tal des Sesinabaches, als Brofandtsdorf gegründet. Die Gutsbesitzer wechselten oft; letzter Eigentümer von Gut Brosdorf war Graf Blücher von Wahlstatt. Pfarrkirche wahrscheinlich vor dem Jahr 1343 erbaut, dem HI. Valentin geweiht. Einwohner 1930 1.187 (deutsch). 1938 Kreis Wagstadt.  mehr ...

Groß-Olbersdorf (Vel. Albrechtice)

Erste urkundliche Erwähnungen des Dorfes stammen aus den Jahren 1424 und 1433. Die ehemaligen Besitzer von Groß-Olbersdorf haben sehr oft gewechselt, zuerst waren es die Lichtenburger. Das Dorf liegt zu beiden Seiten des Wagbaches, südöstlich von Wagstadt, ein typisches Reihendorf. Bauweise der Bauerngehöfte zeigen Anlehnung an niedersächsischen Baustil. 1784 eigene Pfarrei. 1930 1.100 Einwohner, ein deutsches Dorf. 1938 Kreis Wagstadt.  mehr ...
 

Königsberg (Klimkovice)

Ursprünglich deutsche Stadt mit deutscher Tradition. Seit Beginn der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts mehr und mehr Zuzug durch Tschechen. Die meisten der Laubenhäuser am Ringplatz gehörten bis zum Ende des ersten Weltkrieges deutschen „brau- und schankberechtigten“ Bürgern. Das Schloss wurde um die Mitte des 16. Jahrhunderts von den Grafen Wilczek erworben und war dann durch viele Generationen Sitz der gräflichen Familie (markanteste Gestalt Feldmarschall Heinrich Wilhelm Wilczek 1665-1739, in der Gruftkapelle Begräbnisstätte, Sarkophag). Eine steinerne Sitzbank in der Toreinfahrt des Schlosses „Prügelbank", von der erzählt wird, dass ertappte kleinere Übeltäter dort eine festgesetzte Anzahl von Prügelschlägen hinnehmen mussten. Die Stadtkirche ist ein romanischer Gewölbebau mit schiefem, unvollendetem Kirchturm und angebauter Gruftkapelle (Erbbegräbnisstätte der Grafen Wilezek). 1930 3.240 Einwohner mit kleiner deutscher Minderheit. 1938 Kreis Wagstadt, mit Wirkung vom 1.10.1942 wurde die Gemeinde Polanka in Königsberg Stadt eingemeindet.  mehr ...
 

Schönbrunn a.d. Oder (Svinov)

Die ersten Aufzeichnungen über den Ort datieren aus dem Jahr 1265 unter dem deutschen Namen „Schoebrunne", später „Schonnebrunne". Das Dorf befand sich bis zu den Hussitenkriegen im Besitz des Zisterzienserklosters Velehrad. Danach wechselten die Eigentümer häufig, bis es 1574 an die Königsberger Herrschaft fiel. Im 19. Jahrhundert durch die Kohleförderung in Ostrau auch Industrieansiedlungen in Schönbrunn. Wichtiger Eisenbahnknotenpunkt, Rangierbahnhof. 1910 betrug der deutsche Bevölkerungsanteil ca. 24%, 1930 5.368 Einwohner (9,4% der Gesamtbevölkerung des Landkreises). 1938 Kreis Wagstadt. Nach 1946 wurde die bisher selbständige Stadt nach Ostrau eingemeindet.  mehr ...
 

Stiebnig (Jistebnik)

Dem neugegründeten Dorf gab der Grundherr Lichtenburger den Namen Giestrbrnice (Siedlung bei den Teichwärtern, die dort ihre Behausung hatten). Im 16. Jahrhundert erscheint der Ortsname „Stebnik", auf einer Landkarte von Prerau „Stibnik" und in einer Topographie von Kneifl im Jahre 1805 „Stiebnig". Östlichst gelegene deutschsprachige Gemeinde des Kuhländchens, umgeben von tschechischen Orten. Großflächige Gemarkung, 1/9 der Gesamtfläche waren Teiche (Oderniederung). Zum Ort gehörend die Siedlungen Oberhof und Niederhof. Im 14. Jahrhundert katholische Holzkirche, St. Peter und Paul geweiht. Eine neue Kirche 1808 neben der Holzkirche erbaut, wurde den gleichen Heiligen geweiht. Haupterwerbszweig der Bewohner war die Landwirtschaft. In den vielen Teichen, die zu den Gutshöfen gehörten, wurde Fischzucht betrieben. Eine Volkszählung im Jahre 1930 ergab 2.222 Einwohner (davon 95% Deutsche). 1938 zum Kreis Wagstadt gehörend.  mehr ...
 

Wollmersdorf (Olbramice)

Der Ort ist die am weitesten im Norden des östlichen Kuhländchens gelegene deutsche Gemeinde. Sie liegt auf einem nach Süden auffallenden Hang zwischen den Tälern des Sesina- und Polantschitzabaches, die in die Oder münden. Der Ort wurde urkundlich 1377 erstmals erwähnt. Das Dorf war ursprünglich selbständig und besaß eine Feste. Sie stand einst auf dem Höhenrücken des Ortes als Wachburg zum Schutze der hier früher vorbeiführenden uralten Verkehrswege. Wollmersdorf gehörte zur Herrschaft Brosdorf. Zu dieser Zeit war Anna, Grä­fin Larrisch von Mönnich Patron, die in Radun ihren Sitz hatte. Ihr gehörten die Güter Brosdorf, Stiebnig, Stauding, Polanka und Radun. Zur Gemeinde Wollmersdorf gehörte die südöstlich gelegene Ortschaft Janowitz, die Einwohner waren vorwiegend tschechisch, wie auch der an der Blaschdorfer Grenze gelegene Stein­hügel (Stainhiwl), wo deutsche Familien wohnten. Die Pfarrkirche St. Bartholomäe ist eine einschiffige Barockkirche mit einem prismatischen Turm. Sie wurde 1750 an der Stelle einer alten Holzkirche errichtet und im Jahre 1865 renoviert. Nach alten Angaben aus dem Jahre 1789 hatte Wollmersdorf damals hölzerne Windmühlen. Zum Gedenken an die Gefallenen des 1. Weltkrieges stand vor der Pfarrei ein Kriegerdenkmal, das 1945 zerstört wurde. In Wollmersdorf liegt (wie auch in der Nachbargemeinde Groß­Olbersdorf) ein Burghügel inmitten des Ortes, Zeuge einer alten Vergangenheit. Die Bezeichnung „Schloßberg" hat einen gewissen Hintergrund, wie Funde bewiesen, die man im Jahre 1898 beim Bau der Schule machte, die gerade dort zu stehen kam. Es wurden neben alten Brandstätten zahlreiche Gefäßscherben, Hufeisen, sowie eine eiserne Lanzenspitze gefunden. Mitbestimmend für die Anlage des Burghügels an dieser, ansonsten unscheinbaren Stätte, inmitten einer sumpfigen Wiese, mag vielleicht ein in alter Zeit von Königsberg oder Brosdorf kommender und in Richtung auf Baislawitz - Petrowetz über das Gebirge führender Handelsweg gewesen sein. 1930 hatte Wollmersdorf 571 Einwohner. Der Ort gehörte 1938 zum Kreis Wagstadt.  mehr ...

 

Seite zuletzt geändert am 25.10.2013