Aufruf zur Wallfahrt von Bölten zur St.Anna-Kirche in Altwasser
Bernd Posselt, der Sprecher der Sudetendeutschen sagte bei einem Amtsträgerseminar in Bad Kissingen: „Mit dem tschechischen Volk verbindet uns mehr als uns trennt... Die Tschechen brauchen uns zur Pflege ihrer Identität, wir brauchen die Tschechen zur Pflege unserer Identität…“ Diese Aussagen kann ich nur bestätigen. Den Tschechen meiner Generation (1955) wurde die wahre Geschichte vorenthalten, jetzt können- und wollen sie das Versäumte aufarbeiten und dazu brauchen sie uns. Auch die Unter-Zwanzigjährigen, die erst nach der „Wende“ geboren wurden scheinen noch einen „Nachholbedarf“ an der deutschen Geschichte zu haben. Sollen wir ihnen diese Geschichte, die ein Teil ihrer eigenen Geschichte ist vorenthalten?
Wir gehen eine Wallfahrt. Auf jeder Wallfahrt wird ein Kreuz voran getragen. An unserem Kreuz haben wir ein deutsches und ein tschechisches Fähnchen befestigt, es soll ein Zeichen dafür sein, auf welche Weise unsere Völker miteinander verbunden sind, nämlich durch den Glauben. Dennoch gehört auch heute noch eine gehörige Portion Mut dazu eine deutsche Fahne durch tschechische Dörfer zu tragen. Dass meine tschechischen Mitwallfahrer es trotzdem tun, ist für mich ein Beweis dafür, dass sie es mit der Versöhnung ernst- und mit der Freundschaft ehrlich meinen.
Es ist verständlich, dass ein älterer Mensch keine 42 km an einem Tag gehen kann, um dann noch auf dem Fußboden in der Kirche oder im Zelt zu schlafen. Dies wird auch die Ursache der geringen deutschen Beteiligung sein. Leider bleibt uns auch dieses Jahr der alte Weg über Lindenau und Liebenthal (ca.30km) wegen des militärischen Sperrgebietes versagt. Deshalb haben wir uns etwas anderes ausgedacht und die Strecke in zwei Tagesetappen geteilt.
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